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Abschiedsrede für Kollegen: So gelingt eine Rede, die wirklich ankommt

Abschiedsrede für Kollegen: So gelingt eine Rede, die wirklich ankommt

Halten Sie eine Abschiedsrede für eine Kollegin oder einen Kollegen, der in den Ruhestand geht oder das Unternehmen verlässt - oder ist es Ihr eigener letzter Arbeitstag und Sie möchten sich bei Ihrem Team bedanken? Dieser Ratgeber gibt Ihnen eine Struktur, die für beide Situationen funktioniert, drei konkrete Beispiel-Einstiege und eine Mini-Vorlage als Ausgangspunkt, dazu einen einfachen Zeitplan für die Woche vor der Verabschiedung - damit die Rede wirklich ankommt, statt zur Aufzählung des Lebenslaufs oder zu einem Insiderwitz zu werden, den nur die Hälfte des Raums versteht.

Warum eine Abschiedsrede im Job schwieriger ist, als sie aussieht

Eine Abschiedsrede im Job ist etwas anderes als eine Hochzeitsrede oder eine Geburtstagsrede, weil das Publikum selten eine einheitliche Gruppe ist. Sie sprechen zu Kolleginnen und Kollegen, die zehn Jahre eng mit der Person zusammengearbeitet haben, und zu neuen Mitarbeitenden, die kaum Zeit hatten, sich vorzustellen - beide sollen das Gefühl haben, dass die Rede auch sie etwas angeht.

Die Situation ist zudem doppelt: Entweder würdigen Sie eine Kollegin oder einen Kollegen, der in Rente geht oder das Unternehmen verlässt, oder Sie selbst halten die Dankesrede an Ihrem letzten Arbeitstag. Beide Rollen verlangen einen Ton, der warm ist, ohne unangenehm zu werden, und persönlich, ohne zu privat zu sein.

Insiderwitze sind eine klassische Falle - was für die vier Personen lustig ist, die 2019 im selben Büro saßen, macht den Rest des Raums zu Zuschauern statt zu Teilnehmenden. Hinzu kommt oft Zeitdruck: Die Rede wird häufig erst in der Woche geschrieben, in der der Abschied konkret wird, oder kurz vor einem hektischen letzten Arbeitstag.

Das Ergebnis ist dann entweder eine Rede, die sicher, aber unpersönlich bleibt, oder eine Rede, die für ein paar Personen im Raum persönlich ist und für alle anderen schwer nachvollziehbar.

  • Das Publikum reicht von engen Kolleginnen und Kollegen bis zu neuen Mitarbeitenden, die die Geschichte nicht kennen
  • Zwei unterschiedliche Situationen - Rede ÜBER die Person, oder eigene Abschiedsrede - brauchen eine leicht andere Ausrichtung
  • Insiderwitze, die nur wenige verstehen, schließen den Rest des Raums aus
  • Zeitdruck kurz vor der Feier führt dazu, dass die Rede oft in letzter Minute entsteht
  • Unklarheit darüber, wer eigentlich gewürdigt wird, macht die Rede schwer verständlich

Die übliche Lösung: Lebenslauf-Aufzählung, floskelhafte Wünsche oder eine Rede voller Sticheleien

Die häufigste Abkürzung ist, Positionen, Jahreszahlen und Projekte aufzuzählen, als wäre die Rede ein gesprochener Lebenslauf. Das klingt gründlich, sagt aber eigentlich nichts darüber aus, wer die Person ist oder was sie den Zurückbleibenden bedeutet hat.

Eine andere übliche Lösung ist, bei sicheren, allgemeinen Floskeln zu bleiben - dass die Kollegin großartig war und man ihr für die Zukunft alles Gute wünscht. Das ist nett gemeint, könnte aber über fast jeden im Unternehmen gesagt werden. Damit verpasst die Rede genau das, was sie eigentlich leisten soll: dass sich diese eine Person wirklich gesehen fühlt.

Manche gehen den entgegengesetzten Weg und lassen die Rede zu einer Art Sticheleien-Show voller Insider-Referenzen werden. Das kann im Moment für die Anwesenden lustig sein, schließt aber den Rest des Raums aus und lenkt vom eigentlichen Dank ab.

Wenn Sie selbst die Dankesrede an Ihrem letzten Arbeitstag halten, ist die übliche Falle, wirklich jeden einzeln namentlich zu erwähnen. Daraus wird schnell eine lange Liste, an die sich niemand erinnert, statt ein paar Geschichten, die wirklich hängen bleiben.

  • Lebenslauf-Aufzählung von Positionen und Jahreszahlen ohne eine einzige konkrete Geschichte
  • Floskelhafte Sätze, die über fast jeden im Unternehmen gesagt werden könnten
  • Insiderwitze und Sticheleien, die nur wenige im Raum verstehen
  • Der Versuch, alle namentlich zu danken, statt ein paar gute Geschichten auszuwählen
  • Ein unklares Ende - niemand merkt, ob die Rede eigentlich schon vorbei ist

Eine Struktur, die funktioniert - egal auf welcher Seite Sie stehen

Nutzen Sie dieselbe Grundstruktur, egal ob Sie über die scheidende Kollegin sprechen oder Ihre eigene Dankesrede halten: gemeinsame Geschichte (wie Sie sich kennengelernt haben oder was die gemeinsame Zeit geprägt hat), was die Person bedeutet hat (für Sie, für das Team, für den Arbeitsalltag), und ein Wunsch für die Zukunft. Diese drei Teile geben der Rede Richtung und machen es einfach zu erkennen, wann Sie fertig sind.

Wählen Sie ein bis zwei konkrete Geschichten statt einer langen Liste guter Eigenschaften. Eine Geschichte darüber, wie die Kollegin kurz vor einer Deadline ein Projekt gerettet hat, sagt mehr als zehn Adjektive - und alle im Raum können sich besser daran erinnern.

Humor im Job funktioniert am besten, wenn er alle mitnimmt - etwas, worüber der ganze Raum schmunzeln kann, wie eine bekannte Redewendung der Kollegin oder eine Angewohnheit, die die ganze Abteilung wiedererkennt. Vermeiden Sie Geschichten, für die man 'dabei gewesen sein' muss.

Planen Sie 2-4 Minuten vorgelesene Redezeit ein. Das reicht, um eine gute Geschichte zu erzählen und mit einem echten Wunsch zu enden, und ist kurz genug, um der restlichen Feier nicht zu viel Zeit zu nehmen.

  • Einstieg 1, über die scheidende Kollegin: „Als [Name] hier angefangen hat, wusste niemand von uns, wie viel [Name] diesem Team einmal bedeuten würde.“
  • Einstieg 2, mit einer wiedererkennbaren Geschichte: „Die meisten von uns haben mindestens eine Geschichte über [Name] und [bekannte Situation] - ich erzähle Ihnen meine liebste.“
  • Einstieg 3, für die eigene Abschiedsrede: „Als klar wurde, dass dies meine letzte Woche hier sein würde, war genau diese Rede die, vor der ich am meisten Respekt hatte - denn wie bedankt man sich eigentlich für [Anzahl] Jahre?“
  • Mini-Vorlage, Rede über die Kollegin: gemeinsame Geschichte → was die Person dem Team bedeutet hat → Wunsch für den Ruhestand oder die nächste Station
  • Mini-Vorlage, eigene Abschiedsrede: was die Zeit hier Ihnen gegeben hat → ein bis zwei konkrete Kolleginnen oder Momente, die Sie hervorheben möchten → ein Wunsch für die Zurückbleibenden
  • Vermeiden Sie: Lebenslauf-Aufzählungen, ausschließende Insiderwitze und den Versuch, alle namentlich zu danken

Die Woche davor: So bereiten Sie die Rede ohne Last-Minute-Stress vor

Beginnen Sie rechtzeitig, idealerweise eine Woche vor der Feier, indem Sie Geschichten von anderen Kolleginnen und Kollegen sammeln. Fragen Sie ein paar Personen, die eng mit der scheidenden Person zusammengearbeitet haben (oder mit Ihnen, wenn es Ihre eigene Rede ist), nach einer Erinnerung - oft taucht dabei eine Geschichte auf, die Sie vergessen hatten oder gar nicht kannten.

Schreiben Sie früh einen ersten Entwurf und legen Sie ihn ein paar Tage beiseite, bevor Sie ihn erneut lesen. So fällt es leichter zu erkennen, welche Sätze auf dem Papier gut klingen, beim Sprechen aber holprig wirken.

Üben Sie die Rede mindestens einmal laut vor dem eigentlichen Tag, am besten vor einer Kollegin Ihres Vertrauens oder zu Hause vor der Familie. So merken Sie, wie es mit Tempo und Länge steht und ob die Witze wirklich ankommen.

Klären Sie mit der Person, die die Feier organisiert, wann im Programm Ihre Rede stattfindet und ob es etwas Praktisches gibt, das Sie wissen sollten - etwa ob kurz davor oder danach ein Geschenk überreicht wird.

  • Eine Woche davor: fragen Sie ein paar Kolleginnen und Kollegen nach Geschichten oder Erinnerungen
  • 5-6 Tage davor: schreiben Sie einen ersten Entwurf und legen Sie ihn ein paar Tage beiseite
  • 2-3 Tage davor: lesen Sie mit frischem Blick noch einmal durch und kürzen Sie, was nicht nötig ist
  • Am Tag davor: üben Sie mindestens einmal laut, idealerweise vor jemand anderem
  • Am Tag selbst: klären Sie Reihenfolge und praktische Details mit der Organisation ab

Zenframe behält die Organisation im Blick, während Sie sich auf die Rede konzentrieren

Eine Abschiedsfeier im Job hat meist mehr bewegliche Teile als die Rede selbst - wer wann spricht, ob es Kuchen oder ein Mittagessen gibt, und wer sich um ein Geschenk kümmert. Das Events-Modul von Zenframe bündelt all das an einem Ort, damit die Planung nicht in einem Dutzend Chats verstreut lebt.

Sie können für den Tag eine einfache Zeitleiste anlegen, sie mit allen Beteiligten teilen und eine Erinnerung dafür einrichten, wann die Rede stattfindet - so investieren Sie Ihre Zeit ins Üben statt in Logistik.

  • Gebündelte Übersicht über Programm, Reden und praktische Details im Events-Modul
  • Geteilte Zeitleiste, damit alle an der Planung Beteiligten denselben aktuellen Stand sehen
  • Erinnerungen im Vorfeld, damit die Vorbereitung der Rede nicht in der Logistik untergeht

Schnelle Tipps

  • Eine Woche davor: fragen Sie ein paar Kolleginnen und Kollegen nach Geschichten oder Erinnerungen
  • 5-6 Tage davor: schreiben Sie einen ersten Entwurf und legen Sie ihn ein paar Tage beiseite
  • 2-3 Tage davor: lesen Sie mit frischem Blick noch einmal durch und kürzen Sie, was nicht nötig ist
  • Einstieg 1, über die scheidende Kollegin: „Als [Name] hier angefangen hat, wusste niemand von uns, wie viel [Name] diesem Team einmal bedeuten würde.“
  • Einstieg 2, mit einer wiedererkennbaren Geschichte: „Die meisten von uns haben mindestens eine Geschichte über [Name] und [bekannte Situation] - ich erzähle Ihnen meine liebste.“